Samstag, September 4, 2010
Hans-Heinrich Waskönig
Zithermusik - ein Erlebnis besonderer Art.
 
News & Updates

Archiv

Die Zither in meinem Leben

Als ich acht Jahre alt war, bekam ich zu Weihnachten eine Zither geschenkt. Dieses Instrument hatte ich zuvor beim Besuch meiner Tante in Bayern in einem Restaurant kennengelernt. Da wir im Ruhrgebiet weit entfernt von den Alpen wohnten, konnte unser Musiklehrer im Dorf mich nicht unterrichten, obwohl er fast alle Instrumente spielte: Klavier, Geige, Gitarre, Akkordeon und nahezu alle Blasinstrumente. So erkundeten wir gemeinsam Instrument und Unterrichtsbuch, und zur Freude meiner Eltern konnte ich beim nächsten Weihnachtsfest bereits „Stille Nacht" vortragen. Wenig später kam ich auf's Gymnasium, und meine Zitherstunden waren beendet.

Da ich jedoch in den Grundkenntnissen bewandert war, holte ich vor dem nächsten Weihnachtsfest die Zither und übte weitere Lieder, denn mein Spielen gehörte zum jährlichen Ritual wie Gesang und Vortrag auf dem Klavier meiner älteren Geschwister.

Als Student der Bergbaukunde begleitete mich mein Instrument, und ich erweiterte mein Repertoire mit Volks- und Studentenliedern. Nach dem Examen wanderte ich mit meiner Frau nach Südafrika aus. Zu jener Zeit gab es hier noch kein Fernsehen, und die jungen Ingenieure trafen sich häufig zu Barbecue und kleinen Feiern, bei denen es oft hieß: „Hans bring your Zither". Mit meinen neuen Freunden erweiterte ich mein Repertoire mit internationaler Folklore.

Nach 5 Jahren kehrten wir wieder zurück. Auch hier spielte ich besonders nach stressreichen Arbeitstagen, um mich zu entspannen. Mit unseren Zwillingen sang und spielte ich fast täglich, so dass auch sie ein Instrument (Gitarre) erlernten.

Nun bin ich Rentner und spiele zu Festtagen (Weihnachten, Ostern, Pfingsten) sowie Geburtstagen in nahegelegenen Seniorenheimen und treffe überall auf große Resonanz. Als ich gebeten wurde, zu einem Heurigen Abend zu musizieren, erlernte ich einige Wiener Lieder, die mir bisher zu schwer erschienen, die aber besonders schön auf der Zither klingen. Diese nahm ich dann auf einer CD auf, die ich für wenig Geld verkaufe. Mit dem Erlös unterstütze ich eine Schule für körperlich behinderte Kinder in einem Johannesburger Township in Südafrika.


A Life with the Zither

When I was eight years old, I received a Zither for Christmas from my parents. My mother and I had seen and heard this instrument a few weeks before in a restaurant in Bavaria. As we lived far away from the Alps, the music instructor in our little village could not teach me. He did, however, play the piano, violin, accordion, and nearly all wind instruments. So we both investigated the instrument along with the exercise book, and to the delight of my parents, I could perform the carol "Silent Night" the next Yule. Two years later I went to grammer school and my zither lessons ended.

Since I was experienced in the fundamentals of playing, I fetched my zither some weeks before the following Christmas and practiced more carols. Zither playing, piano playing and singing along with my elder brothers and sisters was part of our family's yearly celebration. "Silent Night" is still my favorite song as this carol brings back memories of many Christmases in my life.

When I started my studies to become a mining engineer, my instrument went with me, and I continued to broaden my repertoire with folk and student songs. After the exam I emigrated to South Africa. Here TV was not yet installed and the young engineers often met to barbecue and to have little parties to which I often was askek: "Hans, bring your Zither". With my new friends I added international folk songs to my repertoire.

Five years later we returned home and I continued playing. After an especially stessful work day, playing the zither put me at ease. To the joy of our twins I often played for them. Their musical interest was piqued and they started playing guitar.

Now being a pensioneer, I play at festive days (Christmas, Easter, Pentecost) and on birthdays in nearby retirement homes and I am warmly received. Last year I was asked to play Heurigen songs (played in Austrian wine taverns) Up to that time I thought these special Vienna songs would be too difficult to learn although they have a particular beauty when played on the zither. Luckily,  I succeeded and I recorded these songs on CD which I sell to raise money for charity. With the proceeds. I support a disadvantaged junior school for disabled children near Alexandra, an impoverished township of Johannesburg, South Africa.


Auszug aus Novalis' "Heinrich von Ofterdingen":

"Gesang und Zitherspiel gehoeren zum Leben des Bergmanns, und kein Stand kann mit mehr Vergnuegen die Reize derselben geniessen , als der, der diesen Beruf ausuebt.
Musik und Tanz sind eigentliche Freuden des Bergmanns; sie sind wie ein froehliches Gebet, und die Erinnerungen und Hoffnungen desselben helfen die muehsame Arbeit erleichtern und die lange dunkle Einsamkeit verkuerzen".

Hans Waskoenig